Flügel
"WER, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme
einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen, und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören. "
Rainer Maria Rilke
Duineser Elegien, die erste Elegie
» Rilke - Duineser Elegien
"I forget to pray for the angels
and then the angels forget
to pray for us."
Leonard Cohen
"Der Engel ist die Gestalt der Kraft des vergänglichen Augenblicks, der Kraft, die den Augenblick in seiner unwiederholbaren Einzigartigkeit verharren läßt, der ihn vom Kontinuum der Augenblicksabfolge befreit."
Massimo Cacciari
"Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst."
Walter Benjamin
trost 1-5
Dezember 2009
01
"Der war fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und mied das Böse"
Hiob 1,2
02
"Es ist für uns gut, wenn wir zuweilen in grosse Schwierigkeiten geraten; denn dadurch wird der Mensch wieder daran erinnert, dass er in der Fremde ist und seine Hoffnung auf nichts in dieser Welt setzen soll."
Thomas a Kempis, De imitatione Christi, XXII. Kapitel, Vom Segen der Trübsal
03
"Man behauptet, das Schicksal verstehe sich vorzüglich darauf, die Schlinge um den Hals seines Opfers nach und nach immer enger zu ziehen; nach meiner Ansicht aber versteht es noch viel besser, Bindungen zu zerreißen. Auf die dauer hilft es uns - mit oder ohne unseren Willen - aus der Vergangenheit, indem es uns von allen Bindungen befreit."
Yourcenar, Marguerite, Der Fangschuß, Müchen 2004, S. 73
04
Trost
Weißt du, was in dieser Welt
Mir am meisten wohlgefällt?
Daß die Zeit sich selbst verzehret
Und die Welt nicht ewig währet.
Friedrich von Logau
05
"Erflehe nichts: Aus vorbestimmten Los
Vermag kein Sterblicher sich zu befrein."
Sophokles, Antigone, Stuttgart 1992, S. 58
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